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Artikel: Univ. ao. Prof. Dr. Christian Lampl: Effekte von Heilpflanzen

Univ. ao. Prof. Dr. Christian Lampl: Effekte von Heilpflanzen

Univ. ao. Prof. Dr. Christian Lampl: Effekte von Heilpflanzen

Univ. Prof. Dr. Christian Lampl - Heilpflanzen und ihre Wirkung

UNIV. PROF. DR. CHRISTIAN LAMPL – HEILPFLANZEN ERZIELEN EINEN OFTMALS ERSTAUNLICHEN UND POSITIVEN EFFEKT 

Als klinisch tätiger Schulmediziner werde ich oft gefragt, ob Naturprodukte einen positiven Effekt, vor allem auf das Immunsystem bei unterschiedlichsten Krankheiten, haben könnten. Um diese Frage schlüssig zu beantworten, wären klinische Studien notwendig, die allerdings im Falle von pflanzlichen Naturprodukten nur sehr schwer oder mit großem Aufwand durchführbar sind, beziehungsweise bei einigen auch bereits durchgeführt wurden. Diese Frage kann aber insofern beantwortet werden, als man den Inhalten der Naturprodukte auf den Grund geht.

Das nachstehende Exzerpt basiert ausschließlich auf wissenschaftlichen Studien und deren Ergebnisse.

So ist zum Beispiel der Inhaltsstoff der Süßholzwurzel Glycyrrhizinsäure. Diese wirkt nicht nur schleimlösend, sondern dürfte auch eine Wirkung gegen Bakterien und Pilze haben. Laut einer Studie des virologischen Institutes Frankfurt, die in einem der renommiertesten Medizinjournale „The Lancet“ publiziert wurde, soll Glycyrrhizinsäure, im Labor nachgewiesen, das Eindringen von SARS-Viren in unsere Zellen verhindern. Es gibt zudem erste laborchemische Hinweise, dass Zubereitungen aus Süßholz gegen Herpesviren angehen. Wenden Sie bitte Süßholzwurzeln allerdings nur in Absprache mit ihrem Vertrauensarzt an, da die Inhaltsstoffe sich unter anderem auf körpereigene Hormone auswirken. Dadurch kann der Blutdruck ansteigen und der Blutzuckerspiegel ungünstig beeinflusst werden.

Auch beschäftigte sich die Wissenschaft mit der schwarzen und roten Johannisbeere. Es konnte in tierexperimentellen Studien nachgewiesen werden, dass diese Beeren entzündungshemmend und als Antioxidantien wirken. Antioxidantien haben eine große physiologische Bedeutung. Sie inaktivieren im Organismus reaktive Sauerstoffspezies, deren übermäßiges Vorkommen zu oxidativem Stress führt, der wiederum in Zusammenhang mit dem Altern und der Entstehung einer Reihe von Krankheiten gebracht wird.

 

Ähnliches soll für die Katzenkralle (Uncaria tomentosa) gelten. In klinischen wissenschaftlichen Studien wurden positive, schmerzlindernde Effekte gegen die Rheumatoide Arthritis gefunden. Darüber hinaus sollen sie eine blutdrucksenkende Wirkung aufweisen.

 

Die Brennnesseln sind eine Gattung der Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae). Brennnesseln enthalten Eisen, Vitamine (A, B, C, E), Calcium, Kalium, Magnesium, Kieselsäure, Spurenelemente, Chlorophyll, Carotinoide und Flavonoide. Wissenschaftliche Arbeiten sind nicht sehr zahlreich, jedoch ist eine Durchspülung bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege evident. Ebenso wird eine unterstützende Behandlung rheumatischer Beschwerden diskutiert.

 

Die Löwenzahn-Pflanze (Taraxacum officinale) ist auch für die Wissenschaft eine sehr interessante Substanz. Sie enthält neben den Bitterstoffen auch Caratinoide, Vitamine (B, C, E), Kalium, Calcium, Eisen und Omega-3-Fettsäuren. Löwenzahn soll entschlackend wirken und die Leber unterstützen, Gifte abzubauen. Italienische Wissenschaftler bestätigten den positiven Effekt dieser Pflanzen auf die Leber und die Gallenblase.

 

Die Zitronenmelisse (Melissa officinalis) ist besonders für seine beruhigende Wirkung bekannt, weshalb sie bei Schlafstörungen, Nervosität und Unruhe hilfreich sein kann. Dies wird ermöglicht, da bestimmte Inhaltsstoffe der Pflanze auf einen Botenstoff einwirken, den die Wissenschaft „GABA-Transmitter“ nennt.

 

Einen weiteren positiven gesundheitlichen Effekt könnte das Olivenblatt (Olea europea) bringen. Es soll nicht nur gegen Bluthochdruck einen positiven Effekt haben, sondern auch antiviral und antibakteriell wirken.

 

Die Graubehaarte Zistrose (Cistus incanus) soll durch ihren hohen Polyphenolgehalt, neben einer antioxidativen Schutzwirkung, auch eine antivirale Aktivität aufweisen. Eine Studie an der Universität Charité in Berlin zeigte signifikante Verbesserungen bei Patienten mit Erkältungssymptomen, die einen Zistrosenextrakt erhielten.

 

Zusammengefasst gibt es klare wissenschaftliche Hinweise, dass „Heilpflanzen“ einen oftmals erstaunlichen und positiven Effekt auf gewisse Krankheiten erzielen können. Sie sollten generell vorbeugend eingenommen werden und letztendlich immer im Einklang zur evidenzbasierten Medizin stehen. Weltweit sind Studien gemacht worden, welche die Wirkkraft von Heilpflanzen prüften. Die meisten Heilpflanzen sind in der empfohlenen Dosis in der Regel unbedenklich, auch wenn manchmal dennoch Nebenwirkungen auftreten können.

 

Referenzen:

  1. Hosseinzadeh H, Nassiri-Asl M. Pharmacological effects of Glycyrrhiza and its bioactive constituents: update and review. Phytother Res 2015;29:1868-86
  2. Cinatl J et al., Glycyrrhizin, an active component of liquorice roots, and replication of SARS-associated coronavirus Lancet. 2003 Jun 14;361(9374):2045-6
  3. Hirabayashi K et al., Antiviral activities of glycyrrhizin and its modified compounds against human immunodeficiency virus type 1 (HIV-1) and herpes simplex virus type 1 (HSV-1) in vitro. Chem Pharm Bull (Tokyo). 1991Jan;39(1):112-5.

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